Direkt zum Seiteninhalt

form-inhalt - merian

Menü überspringen

Warum ich bestimmte Dokumente nicht mehr lese:

Schriften sind zu klein oder in einer Farbe, die den Augen zu viel abverlangt, was in der Regel auf Abweichungen von schwarz zutrifft.

diese Zeile ist sehr gut lesbar

diese Zeile ıst gut lesbar

diese Zeile ıst allenfalls noch lesbar

diese Zeile ist Gift für die Augen

Nun werden diejenigen Unverständnis äußern, denen Design (oder was sie dafür halten) wichtiger ist als das Wohlbefinden des Lesers, der zunehmend wütender wırd, weil dıe Textfarbe Mühe macht und schließlich auf die Lektüre verzichtet.
Offenbar gewöhnen sich die Augen an zu schwache Schriften, wie sich dıe Ohren an zu grelle Töne gewöhnen, was sich erst im Anschluß an die Nachpubertät rächt.

Es gibt Beispiele bei Bedienungsanleitungen, die von selbstverliebten Technikern oder solche, die es gern wären, verfaßt werden, die optisch museumreif
sind, aber für den Leser unbrauchbar.
$o nehme Ich von vorher geschätzten Abonnements und Informationsschriften Abstand, die infolge einer Designüberarbeitung Inhalte im wahrsten Wortsinn verschleiern.

Meine Gewohnheit, spätabends - oder gar im Bett - noch etwas zu lesen, geht seit einiger Zeit gegen Null, und das hat der Lesekraft nach Meinung meines
Optikers nichts, aber auch gar nichts, zu tun.

Was besonders fragwürdig ist, findet man in Publikationen, dıe für die ältere Generation gedacht sınd. Vorstellung von Seniorenresidenzen und Veranstaltungen für diese Klientel.

Mit ziemlicher Sicherheit von einer weit jüngeren Generation verfaßt, die natürlich genau weiß, wie ‚die Alten‘ denken, Leider fehlen oft die Erfahrungen, die im Zusammenleben mit einer Großfamilie früher üblich waren.

Noch wahrscheinlicher Ist, daß diese Publikationen eher für den Nachwuchs der ‚Alten’ gedacht sind, die ja für die Versorgung derer Verantwortung tragen.

Beispiele der so kritisierten Designmeisterstücke sind zitierbar,

Über Design und benachbarte Disziplinen mehr bei ‚Universität Hildesheim'



Form folgt Inhalt,

dies gilt insbesondere, wenn es um die Handlichkeit von Dingen geht, neudeutsch  Haptik.
Hier gibt es selten Einwände. Was handlich ist, beweist seine Eigenschaft im Gebrauch.

Beim Schriftlichen ist die Beurteilung nicht so klar.

Ziel eines Textes ist es, eine Information unverfälscht zu vermitteln.
Dazu verhilft in erster Linie die Verständlichkeit des Textes, also dessen Inhalt.
Er muß die Fähigkeit des Adressaten, den Inhalt aufzunehmen, berücksichtigen; das betrifft die Sprache in der landesüblichen Form, wobei Fremdwörter eingeschlossen sind, sofern deren Gebrauch üblich ist.
Der Satzbau soll so einfach wie möglich sein, um gedankliches Folgen nicht zu erschweren. Verschachtelungen lassen häufig auf unstrukturierte Gedankengegänge des Verfassers schließen.
Zumindest in der deutschen Sprache gibt es Lesestützen, die den Texte strukturieren, die Interpunktion zum Beispiel.

Interpunktion hält den Inhalt in Form, ebenso der Satzbau.
Wenn Juristen diese Regeln nicht beherrschen, verschaffen sie ihren Kollegen an den Gerichten Arbeit.

Sachverhalte folgen dem Inhalt. Der Inhalt wird einer Richtung folgend beschrieben, von oben nach unter oder einer anderen logischen Anordnung folgend, Beispiel. Beschreibende Gedichte, Bilderbeschreibungen.

Und hier sind keine semantischen oder formalistischen oder gar analytische Sprachwissenschaftler gefragt, es sei denn, es handele sich um Fachtexte dieser Art. Hier muß man nur deutsch reden.

So soll die Form dem Inhalt entsprechen. Wenn die Form den Inhalt handlich (haptisch?) macht, ist der Zweck erreicht.

Um solches zu erreichen, gibt zahlreiche Werkzeuge, die Verluste aus dem gelernten Schulischem wieder ausgleichen, Programme (‚apps’) oder auch zweibeinige Helfer, die das Gefühl für Sprachästhetik noch nicht verloren haben.

Die simpelsten Fehler, die im Internet aus Webseiten auftauchen, sind die der optischen Folter.
Weiße Schriften auf gelbem Hintergrund oder umgekehrt erzeugen im besten Fall Widerwillen gegen das Weiterlesen, Kommunikationsdesign war hier sicher nicht der geistige Hintergrund. Hellgrau mag auf einer Visitenkarte vornehm wirken, wenn man den Inhaber der Karte nicht erst erraten muß, sonder bereits kennt. Im Text einer zum Lesen gedachten Information ist er nicht nur unhöflich, sondern geradezu dem Zweck zuwider laufend. Ergebnis einer autodidaktischen Fehlleistung.
Zurück zum Seiteninhalt